| Genauigkeit | gesichtet |
| Tiefe | einfach |
| Lesbarkeit | akzeptabel |
Zäume und Gebisse
Aus Reitsport-Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Trensen und Reithalfter
Die Trensenzäumung besteht aus dem Reithalfter und dem Trensenzaum mit Gebiss und Zügeln. Sie ist für die Grundausbildung die am besten geeignete Zäumung und kann sowohl in der Dressur als auch für Springen und Gelände eingesetzt werden.
Kombiniertes Reithalfter
Das kombinierte Reithalfter ist zweckmäßig für Pferde mit guter Maultätigkeit und genügender Durchlässigkeit. Es besteht aus einem breiten Nasenriemen wie beim englischen Reithalfter mit einem zusätzlichen dünnen Riemen, der durch eine kleine Schlaufe geführt und unterhalb des Trensengebisses am Unterkiefer zugeschnallt wird. Um ein Herunterziehen des Nasenriemens zu verhindern, sollte dieser immer zuerst verschnallt werden und danach erst der Zusatzriemen.
Mexikanisches Reithalfter
Im Vergleich zum kombinierten Reithalfter liegen beim mexikanischen Reithalfter die Nüstern bei richtiger Verschnallung noch freier und die Atmung kann keinesfalls behindert werden. Daher wird es auch vor allem bei Vielseitigkeitspferden angewandt. Es besteht aus zwei sich auf dem Nasenrücken kreuzenden Riemen, die durch eine abgepolsterte Lederrosette auf dem Nasenrücken zusammengehalten werden. Eine richtige Verschnallung ist besonders wichtig, da die oberen Riemen auf die Jochbeinleiste drücken können.
Hannoversches Reithalfter
Das hannoversche Reithalfter besteht aus einem Nasenriemen, der in der Mitte etwas breiter ist und nach den Seiten hin schmaler wird. Die Kinnriemen und das Genickstück sind an zwei Ringen befestigt, die sich an beiden Enden des Nasenriemens befinden. Der Nasenriemen soll etwa vier Fingerbreit über dem oberen Nüsternrand auf dem knöchernen Teil der Nase liegen. Die Ringe dürfen nicht auf das Gebiss drücken. Damit die Atmung des Pferdes nicht eingeschränkt wird, muss der Kinnriemen unterhalb des Trensengebisses so geschnallt werden, dass zwischen ihm und den Kieferästen des Pferdes etwa zwei Fingerbreit Platz ist.
Kandarenzäumung
Die Kandare besteht bei der Zäumung von ausgebildeten Dressurpferden aus zwei Gebissen, sodass der Reiter zwei Zügelpaare gleichzeitig handhaben muss. Die zur Kandarenzäumung gehörende Unterlegtrense kann sowohl eine Ringtrense, einfach- oder doppelt gebrochen als auch eine Olivenkopftrense sein. Sie wird in ein zusätzliches Genickstück unter das Kopfstück des Kandarenzaumes geschnallt und ist dünner als die normale Trense (mind. 10 mm). Dem fortgeschrittenen Reiter ermöglicht die Kandarenzäumung - auf einem entsprechend ausgebildeten Pferd - eine feinere Hilfengebung. In der Grundausbildung muss der Reiter zunächst lernen, die Lektionen der Klasse L mit Trensenzäumung korrekt zu reiten.
Gebisslose Zäumungen
Gebisslose Zäumungen haben den Zweck, das Maul des Pferdes zu schonen und auf andere Einwirkungsmöglichkeiten auszuweichen. Das Hackamore z.B., das in erster Linie bei weiter ausgebildeten Springpferden eingesetzt wird, wirkt dadurch, dass es Druck auf Nasenrücken, Kinngrube und Genick ausübt.
Gebisslose Zäumungen sind jedoch nicht grundsätzlich angenehmer für die Pferde, da bei falscher Anwendung eine äußerst scharfe Wirkung entstehen kann. Daher sollt das Hackamore nur von erfahrenen Reitern benutzt werden, die mit besonders gefühlvoller Zügelführung reiten können. Es ist ab Springprüfungen der Klasse M zugelassen.
Gebisse
Trensengebisse sind um so schärfer je dünner sie sind. Sie wirken über die Zunge auf die Kinnladen des Pferdes. Die Laden sind der zahnlose Zwischenraum im Unterkiefer, in denen das Gebiss liegt. Dicke Mundstücke werden, sofern sie nicht zu dick sind, von den meisten Pferden gut angenommen. Auch die Form hat Einfluss auf die Wirkung. Je besser sich ein Gebiss dem Pferdemaul anpasst, desto stärker veranlasst es das Pferd zum Kauen. Die Länge des Gebisses muss immer der Breite des Pferdemauls entsprechen, sonst kann es Schmerzen für das Pferd verursachen.
Einfach gebrochen
Es gibt sowohl Wassertrensen als auch Olivenkopftrensen in einfach gebrochener Form. Die Wassertrense ist das am häufigsten verwendete Gebiss, da sie zwar weich wirkt aber doch eine gute Kontrolle erlaubt. Massive, schwerere Gebisse liegen konstanter im Maul als leichtere. Die Olivenkopftrense hat D-förmige Ringe, welche mit dem Gebiss durch Gelenke verbunden sind. Dieses Gebiss ist für Pferde, die im Maul sehr sensibel sind, bestens geeignet, da es ruhig und stabil im Maul liegt.
Doppelt gebrochen
Doppelt gebrochene Trensengebisse gibt es sowohl als Wassertrensen als auch als Olivenkopftrensen. Die doppelt gebrochene Wassertrense hat sich bewährt, da sie sich durch die zwei Gelenke und das Mittelstück besonders gut dem Pferdemaul anpasst. Die Olivenkopftrense hat D-förmige Ringe, welche mit dem Gebiss durch Gelenke verbunden sind. Dieses Gebiss ist für Pferde, die im Maul sehr sensibel sind, bestens geeignet, da es ruhig und stabil im Maul liegt.
Pelham
Das Pelham ist ein gebrochenes Gebiss, das durch seitliche Stangen und eine Kinnkette eine Hebelwirkung, ähnlich der Kandare, erhält. Allerdings wird durch ein Verbindungsstück aus Leder, das die Trensen- und Kandarenringe einer Seite verbindet, nur ein Paar Zügel benötigt. Verschiedene Pelham-Arten zählen zu den Spezialzäumungen und sollten auch nur in speziellen Fällen von fortgeschrittenen Reitern verwendet werden. Sie erfordern einen vollkommen ausbalancierten Sitz und eine feine Handhabung.
Pessoa
Das Pessoa-Gebiss, das auch Drei- oder Vierringtrense genannt wird, gibt es in einfach und doppelt gebrochener Form. Es besteht aus zwei großen Ringen, an denen das Gebiss befestigt ist, und zwei kleinen Ringen, die einander gegenüber an den Großen angeschweißt sind. Die Zügel werden an den unteren kleinen Ringen befestigt und die Backenstücke der Trense an den oberen Kleinen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Wirkung auf das Genick. Es gibt auch Varianten mit zwei kleinen Ringen unten, die dadurch eine noch stärkere Hebelwirkung haben. Dieses Gebiss ist relativ scharf und wird vor allem im Springsport oder im Gelände eingesetzt um mehr Kontrolle zu haben. Es kann aber auch wie eine normale Wassertrense verwendet werden, wenn man die Zügel in den großen Ring einschnallt.
Dressurkandare
Kandaren zählen zu den Spezialzäumungen und sollten auch nur von fortgeschrittenen Reitern verwendet werden. Sie erfordern einen vollkommen ausbalancierten Sitz und eine feine Handhabung. Das Kandarengebiss ist ein ungebrochenes Mundstück mit seitlichen Hebeln. Die Stärke der Einwirkung hängt in Verbindung mit einer Kinnkette von der Länge der Anzüge ab. Eine Kandare mit langen Anzügen, in der Regel 7 cm, erzeugt zwar stärkere Kraft, wirkt aber langsamer als eine sogenannte „Babykandare“ mit Anzügen von 5 cm Länge. Beim Kauf einer Kandare ist darauf zu achten, dass sie ca. 0,5 cm schmaler gekauft wird als die Unterlegtrense. Das Reiten auf Kandare ist ab der Klasse L in der Dressur auf Turnieren vorgeschrieben. Generell sollte aber das Reiten der verschiedenen hohen Lektionen auch auf Wassertrense möglich sein.










