Verhaltensstörungen

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Definition

Unter Verhaltensstörung versteht man eine häufig gezeigte, massiv ausgeprägte Abweichung vom Normalverhalten. 10-40% aller in Boxen gehaltenen Pferde sind betroffen. Die am häufigsten auftretenden Untugenden sind holzkauen/nagen (12%), koppen (4%), weben (3%) und boxenlaufen (2%). Weitere Arten sind boxentreten/schlagen, scharren und Sand/Einstreu fressen. Koppen und weben sind Haupt- oder Gewährsmängel, d.h. der Verkäufer muss das Pferd zurücknehmen.

Ursachen

Die Ursache ist umweltbedingter Stress verursacht durch nicht-artgerechte Haltung. Dies beinhaltet: ein langweiliges, reizloses Umfeld, fehlender Sozialkontakt, Bewegungsmangel, Langeweile, Fütterungsfehler, Boxenhaltung und Vernachlässigung. Das Verhalten ist somit ein Ausdruck für Anspannung, Stress oder Bedürftigkeit und wirkt als Ventil für den Frust des Pferdes.

Folgen

Verhaltensstörungen bleiben nicht ohne körperliche Folgen. Zum einen schlafen die betroffenen Pferde weniger und sind dadurch weniger leistungsfähig und können sich schlechter konzentrieren. Zum anderen werden z.B. beim Weben die Fesselgelenke stark belastet. Beim Koppen werden die Zähne auf unnatürliche Art abgenutzt und es kommt zu Verdauungsstörungen und Kolikgefahr.

Therapie

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Bezüglich der Behandlung gilt, dass hier immer Vorbeugung die beste Therapie ist. Der Grund ist, dass Verhaltensstörungen sich schnell verselbstständigen und dann nur schwer zu therapieren sind. Es gibt zwar Maßnahmen gegen z.B. Koppen, die sogenannten Koppriemen (Foto). Diese sind jedoch nicht zu empfehlen, da sie nur die Symptome bekämpfen aber nicht die Ursache. Dies verursacht nur noch mehr Stress für das Pferd. Stattdessen sollte die Ursache für das Verhalten gefunden und abgestellt werden, d.h. die Haltungsbedingungen optimiert werden. Wird das Problem frühzeitig erkannt und sofort die Situation für das Pferd verbessert, ist das unerwünschte Verhalten meist noch wieder umkehrbar.


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