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Reitsportdisziplinen
Aus Reitsport-Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Dressur
Beim Dressurreiten steht die Gymnastizierung des Pferdes im Vordergrund, wobei seine natürlichen Bewegungen und Veranlagungen gefördert und verfeinert werden. Das Pferd lernt das Gewicht des Reiters optimal zu tragen, wodurch es länger gesund und leistungsfähig bleibt. Das Ziel ist ein durchlässiges Pferd, das geforderte Lektionen auf feinste Hilfen hin exakt ausführt.
Die Grundlage bildet die Skala der Ausbildung nach der FN. Die sechs Phasen werden der Reihenfolge nach abgearbeitet um am Ende die Durchlässigkeit zu erreichen:
- Takt
- Losgelassenheit
- Anlehnung
- Schwung
- Geraderichten
- Versammlung
- Durchlässigkeit
In Dressurprüfungen wird eine meist festgelegte Abfolge von bestimmten Lektionen in den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp geritten. Auch das geforderte Gangmaß (z.B. versammelter Trab, starker Galopp) muss eingehalten werden. Für jede Lektion wird eine Wertnote von 0 bis 10 vergeben. Daraus wird dann eine Gesamtnote oder in höheren Klassen ein Prozentwert berechnet.
Springen
In der Disziplin Springreiten wird in festgelegter Reihenfolge ein Parcours aus mehreren Hindernissen in einem vorgegebenen Zeitlimit überwunden. Beim Abwurf einer Stange oder einer Verweigerung werden jeweils vier Strafpunkte verhängt, bei Zeitüberschreitung gibt es einen Strafpunkt pro angefangene vier Sekunden.
Es gibt Steilsprünge und Oxer (Hochweitsprünge). Die Sprünge stehen im Parcours einzeln und als Kombinationen, d.h. 2-3 Sprünge auf einer Linie in relativ geringen Abständen. Die maximale Höhe, Weite und Anzahl der Sprünge hängt von der jeweiligen Leistungsklasse ab. Die Höhe ist 90cm in Klasse E und bis zu 160cm in Klasse S. Die Weite kann bis zu 2m betragen. Bezüglich der Anzahl sind es 6 (Klasse E) bis 10 Sprünge (Klasse S).
Vielseitigkeitsreiten
Eine Vielseitigkeitsprüfung besteht aus drei Teilprüfungen: die Dressuraufgabe, der Springparcours sowie der Geländeritt. Diese Disziplin wird auch Eventing oder Military genannt. Sie wird als die Krone der Reiterei bezeichnet, da sie hohe Anforderungen an Pferd und Reiter stellt.
Das Pferd sollte eine sehr gute Kondition haben und athletisch, leistungsbereit und mutig sein. Besonders in den höheren Klassen werden vielfach Warmblüter mit hohem Vollblutanteil oder Vollblüter verwendet. Da diese Disziplin durch die festen Geländehindernisse relativ gefährlich ist, sind eine hochwertige Sicherheitsweste sowie ein Reithelm für den Reiter, und Beinschutz für das Pferd unverzichtbar.
Bei internationalen Prüfungen wird zwischen Kurz- (CIC) und Langprüfungen (CCI) unterschieden. Die Einteilung in ein bis vier Sternen gibt den Schwierigkeitsgrad an.
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Geländeteil, weil dies der längste und anspruchsvollste Teil der Prüfung ist (2400-7400m). Dressur- und Springprüfung sind jeweils leichter als bei den Spezialisten in den vergleichbaren Leistungsklassen. Wobei hier in den letzten Jahren der Schwierigkeitsgrad erhöht wurde, sodass die Unterschiede zwischen klassischen Springprüfungen und der internationalen Teildisziplin Springen immer geringer wird.
Die Leistungen der Starterpaare aus den verschiedenen Teilprüfungen werden in Fehlerpunkten gewertet und addiert, d.h. der Gesamtsieger ist der Reiter, der am Ende die wenigsten Fehlerpunkte auf seinem Konto hat.
Weitere Informationen zum Vielseitigkeitssport finden Sie beim CDV.
Westernreiten
In der Westernreitweise wird im Stil der amerikanischen Cowboys geritten. Die Ausrüstung, die Ausbildung des Pferdes und des Reiters, sowie die Lektionen und Turniere unterscheiden sich von der englischen Reitweise. Die Prüfungen sind den ursprünglichen Aufgaben eines Cowboypferdes nachempfunden.
Westernpferde werden so trainiert, dass sie auf Impulse reagieren und dann von alleine das Tempo beibehalten. Möglichst eigenständiges Arbeiten der Pferde und schnelles Reagieren auf feinste Hilfen sind wichtig. Außerdem wird oft einhändig geritten, damit der Reiter bei der Arbeit mit dem Vieh eine Hand frei hat.
Es gibt viele verschiedene Disziplinen beim Westernreiten. Die Bekanntesten sind: Reining, Trail, Cutting, Western Pleasure, Horsemanship und Showmanship at Halter/Halter.
- Beim Reining werden im Galopp rasante Lektionen wie z.B. sliding stops und spins gezeigt.
- Im Cutting-Wettbewerb muss der Reiter ein Rind aus einer Herde herauslösen. Das Pferd folgt dabei selbstständig und geschmeidig den Bewegungen des Rindes.
- Trail ist ein Geschicklichkeitswettbewerb und beim Horsemanship werden Lektionen geritten.
- In der Showmanship at Halter werden Lektionen an der Hand vorgeführt.
- Bei der Halter wird das Exterieur eines Pferdes im Stand beurteilt.
- Western Pleasure ist ähnlich wie eine Dressurprüfung. Die Rittigkeit, die Haltung des Pferdes und der Takt werden hier bewertet. Das Gesamtbild soll mühelos wirken und die Lektionen exakt geritten sein.
Mehr Informationen gibt's bei der Ersten Westernreiter Union Deutschland.
Voltigieren
Beim Voltigieren turnen eine bis drei Personen gleichzeitig auf einem Pferd, das an der Longe auf dem Zirkel läuft (Durchmesser mind. 18m). Vor allem für Kinder ist es oft ein Einstieg in den Pferdesport; es wird aber auch als Leistungssport betrieben.
Es gibt verschiedene Figuren und Übungen, die in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp ausgeführt werden. Ein Voltigiergurt mit zwei Griffen und zwei Fußschlaufen bietet den Turnern Halt.
Auf den Seiten der FN finden Sie nähere Informationen und Turniertermine.
Fahrsport
Als Fahrsport wird das Fahren mit Kutsche und Wagen bezeichnet. Fahrturniere werden ein-, zwei- oder vierspännig gefahren. Es gibt Gelände-, Hindernis- und Dressurprüfungen. Sie können einzeln gewertet werden, aber es gibt auch Turniere, wo der Gesamtsieger der jenige ist mit dem besten Ergebnis aus allen drei Teilprüfungen.
- Bei Dressurprüfungen müssen bestimmte Bahnfiguren in der vorgegebenen Gangart (vor allem Schritt und Trab) und dem verlangten Gangmaß (z.B. versammelter Schritt, starker Trab) gefahren werden.
- Im Hindernisfahren muss ein Parcours aus bis zu 20 Kegeln durchfahren werden ohne diese umzuwerfen.
- Die Geländeprüfung wird auch Marathon genannt. Dabei muss eine Strecke von 15-18km mit natürlichen und künstlichen Hindernissen wie z.B. Brücken und Bachläufen und engen, kurvigen Wegen absolviert werden. Der Beifahrer stabilisiert die Kutsche bei schnellen Kurvendurchfahrten durch Gewichtsverlagerung.
Wanderreiten
Als Wanderreiten bezeichnet man mehrtägige Ritte, bei denen das Naturerlebnis und die Erkundung der Landschaft im Vordergrund stehen. Am Besten geeignet sind Kleinpferde, Robustpferde und Araber.
Übernachtet wird unter freiem Himmel, im Zelt oder auf Bauern- oder Reiterhöfen, die das Übernachten mit Pferd anbieten. Das Gebäck wird vor oder hinter dem Sattel befestigt oder auf einem separaten Packpferd mitgeführt.
Weitere Infos finden Sie hier: www.wanderreiten-in-deutschland.de.







