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Magengeschwüre
Aus Reitsport-Wiki
Definition und Symptome
Magengeschwüre sind mehr oder weniger tiefe, teilweise auch blutende Verletzungen der Magenschleimhaut bedingt durch einen vermehrten Säureangriff. Der Schweregrad reicht von entzündeter aber intakter Schleimhaut über starke Erosionen und Blutungen bis hin zum tödlichen Magenriss (vor allem bei Fohlen). Sie können schon innerhalb von nur 10-12h entstehen.
Obwohl Magenschwüre bei Pferden ein sehr verbreitetes Problem sind, ist diese Krankheit unter Pferdebesitzern recht unbekannt, weil sie, bedingt durch anfänglich schwache Symptome, oft unerkannt bleibt. 80-90% der Rennpferde im Training, 60% der Turnierpferde und 50% der Fohlen sind betroffen!
Die Symptome sind:
- mangelnde Leistungsbereitschaft
- akute bis wiederkehrende Koliken
- schlechter Allgemeinzustand
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Apathie
- stumpfes Fell
- massives Liegen
- Verhaltensänderung
- chronischer Durchfall
Ursachen
Die Ursache ist ein Missverhältnis zwischen aggressiven (Magensäure, Verdauungsenzyme) und schützenden Faktoren (Schleimhaut, Durchblutung). Dieses Missverhältnis entsteht meist durch Fütterungsfehler (fasten, zu wenig Raufutter), Training, Stress, Boxenhaltung/Bewegungsmangel, Vorerkrankungen, angegriffene Schleimhaut (z.B. durch Schmerzmittel) und die Anatomie des Magens. Ein Drittel des Pferdemagens besitzt keine Schleimhäute als Schutz gegen die aggressive Magensäure.
Im Gegensatz zum menschlichen Magen wird permanent Magensäure produziert, weil der Verdauungsapparat des Pferdes evolutionsbedingt darauf ausgelegt ist, ständig nährstoffarme, faserreiche Nahrung aufzunehmen. In den meistens Ställen werden 3-4 Mahlzeiten am Tag gefüttert. Dazwischen ist das Pferd oft für mehrere Stunden ohne Nahrung, d.h. es kaut nicht und es wird wenig Speichel produziert, der die Magensäure neutralisiert. Dadurch sinkt der pH-Wert, die Magenschleimhaut wird angegriffen und Geschwüre können entstehen.
Prävention
Nur durch artgerechte Haltung und Fütterung kann Magengeschwüren wirksam vorgebeugt werden. Das heißt:
- Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
- Nicht fasten lassen
- Ständiger Zugang zu Raufutter
- Wenig Kraftfutter
- Koppelgang (wirkt Stress reduzierend)
- Prophylaktische Verabreichung von Medikamenten oder Ergänzungsfuttermitteln während Perioden mit intensivem Training (z.B. in der Turniersaison)
- Heunetze verwenden
- Sozialkontakt ermöglichen
- Fressverhalten beobachten
