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Hilfszügel
Aus Reitsport-Wiki
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Hilfszügel erleichtern Reitanfängern das Verständnis für die Hilfengebung. Außerdem wird das Pferd veranlasst den Hals fallen zu lassen und den Rücken freizugeben, sodass der Reitanfänger das geschmeidige und richtige Sitzen erlernen kann. Sie werden auch häufig beim Longieren eingesetzt.
Ausbinder und Stoßzügel
Ausbinder bestehen aus zwei Ausbindezügeln, die beidseitig am Sattelgurt befestigt und in die Gebissringe eingehakt werden. Sie sind oft mit einem eingenähten Gummiring versehen um den Ausbinder elastischer zu machen. Ein Stoßzügel führt vom Sattelgurt zwischen den Beinen durch zu den Gebissringen. Dadurch erlaubt er seitliche Biegung im Gegensatz zu Ausbindern. Beide Hilfzügel werden so verschnallt, dass bei voll gestrecktem Ausbinder der Pferdekopf vor der Senkrechten ist. Während längerer Schrittphasen wie z.B. beim Warm- und Trockenreiten werden sie ausgehakt.
Dreieckszügel
Der Dreieckszügel, oder auch Wiener Zügel genannt, besteht aus zwei Zügeln, die unten am Sattelgurt befestigt werden, zwischen den Beinen zu den Gebissringen laufen, dort von innen nach außen durchgeführt und mit Hilfe von schnallbaren Schlaufen am Gurt seitlich unter dem Sattelblatt befestigt werden.
Dieser Hilfszügel wird gerne und häufig verwendet, weil er im Gegensatz zu steifen Ausbindern eine Vorwärts-Abwärts-Bewegung des Pferdes zulässt.
Schlaufzügel
Ähnlich wie der Dreieckszügel besteht der Schlaufzügel aus zwei Zügeln, die vom Sattelgurt aus zwischen den Beinen zu den Gebissringen laufen. Allerdings werden sie nicht seitlich befestigt sondern laufen in die Hand des Reiters. Laut LPO nicht auf Turnieren zugelassen.
Warnhinweis! Schlaufzügel - verantwortungsvoll benutzt von guten Händen - können eine Ausbildungshilfe sein. Bitte schätzen Sie selbst Ihr reiterliches Können und Ihre Ausbildungserfahrung sehr kritisch ein! Schlaufzügel in falschen Händen oder in der Hand von unerfahrenen, groben oder zu ehrgeizigen ReiterInnen verursacht er beim Pferd Qualen und dauerhafte Schäden. Er ist nicht dafür gedacht, den Kopf des Pferdes nach unten zu ziehen, sondern ihm einen Grenze aufzuzeigen, wenn es den Kopf zu hoch nimmt. In der gewünschten Haltung sollten die Schlaufzügel leicht durchhängen. Die sogenannte Rollkur erfüllt nach unserer Auffassung den Straftatbestand der Tierquälerei und ist kompromisslos abzulehnen. Bitte prüfen Sie verantwortlich, ob Sie nicht eine andere Ausbildungshilfe verwenden wollen.
Martingal
Das Martingal besteht aus einem mit einer Schlaufe am Sattelgurt zu befestigendem Riemen, dessen oberer Teil sich gabelt und deren Enden mit jeweils einem Ring versehen sind. Durch diese Ringe werden die Zügel von der Trense zur Hand des Reiters geführt. Ein Halsriemen und der Martingalstopper gewährleisten die sichere Lage des Martingals. Die Martingalstopper an den Zügeln verhindern, dass sich die Martingalringe an den Schnallstücken der Zügel festhaken. Das Martingal muss so lange geschnallt sein, dass bei normaler Kopf- und Halshaltung des Pferdes die Zügellinie ungebrochen verlaufen kann. Als ungefährer Anhaltspunkt für die Länge gilt: Ringe auf Höhe der Hüfthöcker.
Vorderzeug
Mit einem Vorderzeug wird der Sattel daran gehindert nach hinten wegzurutschen. Dies wird durch einen breiten Riemen aus Leder oder Gewebe erreicht, der an den Enden am Sattel im Bereich der Sattelkammer (Maria-Hilf-Ösen) befestigt wird und unterhalb des Halses um die Brust des Pferdes reicht. Der Riemen wird durch ein zusätzliches Teil zwischen den Vorderbeinen des Pferdes hindurch am Sattelgurt befestigt. Diese Vorderzeuge werden meist als Kombination mit einem Martingal verwendet. Vorderzeuge kommen vor allem im Springsport und beim Geländereiten zum Einsatz, werden aber auch bei der Arbeit mit jungen Pferden benötigt, deren Sattellage noch nicht ausgeprägt genug ist, um dem Sattel den nötigen Halt zu geben.
Weitere Informationen zur Wirkungsweise von verschiedenen Hilfszügeln finden Sie hier: www.longeunddoppellonge.de.




