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Headshaking
Aus Reitsport-Wiki
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Definition
Headshaking ist keine Verhaltensstörung, sondern beschreibt das Symptom einer Krankheit, die viele Ursachen haben kann. Es ist ein Ausdruck von Schmerz und nicht von Frustration oder Unwillen gegenüber dem Reiter.
Die Krankheit ist eine große Beeinträchtigung und Belastung für Pferd und Reiter. Das Pferd schlägt permanent heftig mit dem Kopf (hoch und runter) und ist abgelenkt und unkonzentriert. Dadurch ist keine konstante Anlehnung an das Gebiss und damit auch wenig bis gar keine Kontrolle möglich. Das kann auch gefährlich werden, besonders wenn Gleichgewichtsstörungen und damit Sturzgefahr hinzukommen.
Es gibt verschiedene Schweregrade der Krankheit. Bei den leichten Formen schüttelt das Pferd nur ab und zu mit dem Kopf, ist aber noch reitbar. Bei der mittleren Form zeigt es deutliche Symptome und ist zwar reitbar, aber nicht angenehm. Ab dieser Stufe sind Pferde auf Turnieren meist nicht startberechtigt. In schweren Fällen werden die Pferde sogar völlig unreitbar, da unkontrollierbar.
Symptome
Headshaking tritt vor allem im Frühjahr und Sommer auf.
Die Symptome sind:
- plötzliches Kopfschlagen
- Kopfschütteln
- Reiben der Nase an den Beine, Boden, Gegenständen oder einer Wand
- Niesen und Schnauben als wäre ein Fremdkörper in den Nüstern
- Vermehrtes Auftreten der Symptome bei grellem Sonnenlicht und Wärme (Lichtempfindlichkeit)
- Sensibel auf Berührungen am Kopf
Während des Trainings verstärkt sich das Kopfschlagen, was wahrscheinlich mit der vermehrten Durchblutung der Nase zusammenhängt.
Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig und somit müssen aufwendige und kostspielige Untersuchungen durchgeführt werden. Allerdings bleiben auch diese häufig ohne Erfolg, denn in 90% der Fälle handelt es sich um idiopathisches Headshaking, d.h. die Ursache ist nicht ermittelbar.
Mögliche Auslöser bei symptomatischem Headshaking:
- Augenkrankheiten
- Zahnprobleme
- Ohrenkrankheiten
- Parasitenbefall am Kopf (Ohr)/Hauterkrankungen
- Rückenprobleme
- krankhaften Veränderungen der Nasengänge oder Nasennebenhöhlen
- Rittigkeitsprobleme
- Gebissfehler und falsche Zäumung
- Reiterfehler
- Allergien
Es wird vermutet, dass idiopathisches Headshaking vergleichbar ist mit der Trigeminusneuralgie beim Menschen. Das ist eine Krankheit, bei der ausgehend vom Trigeminusnerv Schmerzsignale zum Gehirn gesendet werden. Betroffene Patienten beschreiben oft elektroschockartige Schmerzen. Das Hauptproblem bei dieser Nervenerkrankung ist wahrscheinlich, dass die Reizschwelle für die Stimulation des Nervs stark herabgesetzt ist. Das heißt: alltägliche natürliche Reize wie Staub, Licht und Wind lösen sofort einen starken Reiz auf den Nerv aus, der als Schmerz empfunden wird.
Behandlung
Bei symptomatischem Headshaking kann die Ursache behandelt werden, während bei der idiopathischen Form versucht wird, das Symptom des Kopfschlagens zu lindern. Gerade bei leichteren Fällen werden gute Erfolge mit einem Nüsternschutz erzielt. Der mechanische Reiz des Netzes auf die Tasthaare der Nüstern scheint den Schmerzreiz zu lindern, ähnlich wie das Kratzen und Reiben der Nase. Da Licht als ein sehr starker Auslöser gilt, hat sich die Verwendung von lichtreduzierenden Augenmasken bewährt. Allerdings sind weder Nüsternschutz noch Augenmasken auf Turnieren zugelassen.
Weitere wirkungsvolle Maßnahmen sind medikamentöse Therapien, Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung, Abdunklung des Stalls, Reiten in den Morgen- oder Abendstunden, Verwendung dunkel gefärbter Kontaktlinsen für Pferde.
Einen ausführlichen Artikel zum Thema Headshaking finden Sie auf equivetinfo.de.
Weitere Informationen gibt es auch auf www.headshaking.de.

